Balling

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    • Balling

      In einem laufenden Meerwasseraquarium kommt es, je nach Besatz, irgendwann zu dem Punkt, wo regelmäßige Wasserwechsel nicht mehr ausreichen, um das Becken mit Carbonat, Calzium und Magnesium zu versorgen.Um diese Defizite dennoch effizient auszugleichen, kann man sich der sogenannten Ballingmethode (benannt nach dem Erfinder Hans-Werner Balling) bedienen, die aber gerade zu Beginn einige Fragen aufwirft.

      Wie fange ich an?
      Über diverse Tröpfchentests, idealerweise mit einer Multireferenz überprüft, werden die aktuellen Parameter von Alkalinität (Kh), Calzium und Magnesium ermittelt.
      Die Idealwerte wären:
      Kh: 7
      Ca: 420
      Mg: 1300
      Zeigen die Messergebnisse Abweichungen nach unten, müssen die einzelnen Parameter zunächst einmalig auf das Optimum eingestellt werden. Dies geschieht durch die Dosierung der Stammlösungen Calzium, Carbonat und Magnesium, worauf später noch eingegangen wird.
      Um diese Lösungen genauestens herzustellen und in der richtigen Menge zu dosieren, eignet sich der Aquacalculator als nützliches Tool, wodurch umständliches Hantieren mit komplizierten Formeln und damit verbundenen Rechenfehlern weitgehend reduziert wird.

      Den Tagesverbrauch ermitteln:
      Sind die Wasserwerte eingestellt, gilt es den täglichen Verbrauch zu bestimmen, woraus sich letztendlich die Menge der zu dosierenden Stammlösungen errechnet.
      Dazu werden dem Becken 3 Tage lang keine zusätzlichen Stoffe zugeführt; lediglich das Nachfüllen des Verdunstungswassers erfolgt weiterhin.Nach Ablauf dieser Frist sind die Wasserwerte erneut zu messen. Die sich daraus ergebene Differenz wird durch 3 (3 Tage) geteilt, wodurch sich der jeweilige Tagesverbrauch ergibt.

      Wie dosiere ich richtig?
      Da das Aquarium die benötigten Nährstoffe nicht auf einen Schlag verbraucht, wäre eine über den Tag verteilte Zugabe ratsam. Damit es dabei nicht zu Ausfällungen kommt, ist ein zeitlicher Dosierungsversatz von 15-20 Minuten ins Technikbecken oder einem gut beströmten Bereich innerhalb des Beckens empfehlenswert.Gerade die Zugabe von Carbonat kann schon vor Beginn der Lichtphase geschehen, um den zu dieser Zeit recht niedrigen pH-Wert abzupuffern.

      Welche Salze benötige ich in welchen Mengen?
      Kh: Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3)
      3,02g NaHCO3 erhöht die Alkalinität in 100 Litern Wasser um 1° dH – maximal 2° pro Tag
      Ca: Calciumchlorid-Dihydrat (CaCl2 x 2 H2O)
      3,67g CaCl2 x 2 H2O erhöht den Caliumgehalt in 100 Litern Wasser um 10mg/l – maximal 20mg/l pro Tag
      Mg: Magnesiumchlorid-Hexahydrat (MgCl2 x 6 H2O)
      8,36g MgCl2 x 6 H2O erhöht den Magnesiumgehalt in 100 Litern um 10mg/l – maximal 50mg/l pro Tag

      Wie stelle ich die jeweiligen Stammlösungen her?
      Wie schon erwähnt, eignet sich zur Errechnung der Aquacalculator, in welchem auf verschiedene Rezepturen zurück gegriffen werden kann, die sich lediglich in den Konzentrationen unterscheiden. Es sind aber individuelle Stammlösungen möglich. Der Vorteil dabei ist, Höchstkonzentrationen zu vermeiden, welche zur Kristallisierung einer Lösung führen können. Somit sind niedrige Konzentrationen sinnvoll, was auch für den Eingriff in das Beckenmilieu schonend ist.
      Bei der Herstellung von z.B. einem Liter Stammlösung ist es wichtig die Salze in und nicht auf einen Liter anzusetzen. D.h. es sind zunächst ca. 800ml Osmosewasser bereitzustellen, worin das Salz grob gelöst wird. Erst dann ist das noch fehlende Wasser bis auf 1000ml aufzufüllen.

      Die Zugabe von Spurenelementen:
      Bei der klassischen Ballingmethode sowie beim Balling-Light werden die Spurenelemente den jeweiligen Stammlösungen zugegeben und mit dosiert. Dabei sind die Herstellerangaben zu beachten, umzurechnen und den jeweiligen Dosiermengen anzupassen. Je nach Produkt, ist es oftmals einfacher dies separat durchzuführen.

      Balling oder Balling-Light?
      Beide Methoden zielen auf das gleiche Ergebnis ab.
      Während die Gestaltung der Rezepturen beim klassischen Balling individuell ausfällt, ist dies beim Balling-Light nicht möglich, da hier fertige Stammlösungen zur Verfügung stehen, welche beim klassischen Balling selber herzustellen sind. Daraus ergibt sich aber der Vorteil, stark nährstoffzehrende Becken durch die Erhöhung der Lösungskonzentrationen versorgen zu können.

      Was ist abschließend zu beachten?
      Das Dosieren der Stammlösungen nimmt mehr oder weniger Einfluss auf die Salzdichte. Daher sollte diese in regelmäßigen Abständen kontrolliert und angepasst werden.
      Da ein Becken im Idealfall ständigem Wachstum unterliegt, ist Balling ein dynamischer Prozess, der unter Beachtung der Wasserparameter regelmäßig angeglichen werden muss.

      Mögliche Rezepturen:

      Original H.W.Balling
      g/l
      Sättigung
      Calzium
      73,5
      9 %
      Alkalinität
      84,0
      88 %
      Magnesium
      17,0
      2 %

      A.Glaser
      g/l
      Sättigung
      Calzium
      800,0
      99 %
      Alkalinität
      80,0
      84 %
      Magnesium
      836,0
      84 %

      eigene
      g/l
      Sättigung
      Calzium
      144,0
      18 %
      Alkalinität
      80,0
      84 %
      Magnesium
      836,0
      84 %
      LG
      Dirk
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      "All what we see or seem to see is just a dream within a dream" E.A.Poe
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    • Hallo Zusammen!
      Dieser Bericht ist nicht auf Vollständigkeit überprüft!
      Fragen, Berichtigungen und Ergänzungen sind ausdrücklich erwünscht, in der Hoffnung, eine kleine Themensammlung zu erstellen, welche in Zukunft weiteren Usern zur Verfügung gestellt werden kann!!!
      LG
      Dirk
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