Für alle, die nicht dabei sein konnten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Für alle, die nicht dabei sein konnten

      oceanblogs.org schrieb:

      Nicht allen ist es vergönnt, bei diesem wundervollen Wetter schon nachmittags über die Kieler Woche schlendern zu können. Ich durfte mich als Praktikantin immerhin rund um das GEOMAR-Zelt auf der Schlaumachwiese neben dem Aquarium ein wenig für euch umsehen. Dort gab es heute vor allem eine Attraktion: Open Ship auf dem Forschungsschiff ALKOR. An dem Anleger vor der Schlaumachwiese legte die Crew mit ihrem Schiff an und lud zum Staunen und Entdecken ein. Für alle, die heute nicht dabei sein konnten, oder einen kleinen Vorgeschmack von der KiWo 2020 bekommen möchten, gibt es jetzt einen kleinen Rundgang auf der FS ALKOR:

      Die FS ALKOR hat sich für ihre Gäste herausgeputzt. Photo: Jill Alina Koenig
      Die FS ALKOR hat sich für ihre Gäste herausgeputzt. Photo: Jill Alina Koenig
      So ein Forschungsschiff benötigt eine besondere Ausstattung. Photo: Jill Alina Koenig
      So ein Forschungsschiff benötigt eine besondere Ausstattung. Photo: Jill Alina Koenig

      Mir ist klar, dass die Kieler aufgrund der Stena oder Color Line natürlich an viel größere Pötte gewöhnt sind. Trotzdem macht auch die FS ALKOR einen imposanten Eindruck auf mich, wie sie so geduldig daliegt und ihr sauber geschrubbtes Deck das Licht der Sonne reflektiert. Über eine Brücke gelangen die Besucher*innen an Bord und in den offenen Hangar, in dem sie sich über das GEOMAR als Arbeitgeber informieren können. Denn das GEOMAR beschäftigt nicht nur eine ganze Menge Wissenschaftler*innen, sondern ebenso Mechaniker*innen oder Bürokaufleute. Wer also gerade auf Jobsuche ist, kann sich gern einmal hier umschauen https://www.geomar.de/service/karriere/ .

      Technik, Wissenschaft und Administration - die drei großen Arbeitsbereiche am GEOMAR. Photo: Jan Steffen / GEOMAR
      Technik, Wissenschaft und Administration – die drei großen Arbeitsbereiche am GEOMAR. Photo: Jan Steffen / GEOMAR

      Weiter geht es durch einen schmalen Gang in das Trockenlabor. Hier gibt es eine Menge über Plankton und Kaltwasserkorallen zu lernen. Unter Mikroskopen dürfen unsere großen und kleinen Gäste allerlei Proben untersuchen oder mit einer VR-Brille selbst einen Tauchgang in die Tiefen des Meeres unternehmen. Luft holen nicht vergessen.

      Abtauchen mit der VR-Brille. Photo: Jan Steffen / GEOMAR
      Abtauchen mit der VR-Brille. Photo: Jan Steffen / GEOMAR

      Der nächste Raum, das Nasslabor, hält eine Unmenge präparierter Meerestiere bereit: Seeigel, Seenadeln, ein Schweinswalskelett und noch vieles mehr. Jedes der Tiere kann man ganz genau studieren und so ihre Physiognomie kennen lernen. Die Vielfalt der Meeresbewohner finde ich immer wieder zutiefst beeindruckend. Den ganzen Tag über betreuen Wissenschaftler*innen die Ausstellungen in beiden Laboren und stehen für die Beantwortung eurer Fragen zur Verfügung. Von diesen begeisterten Experten etwas über Meeresorganismen erklärt zu bekommen, wird euren Biologie-Unterricht mit Sicherheit um Längen schlagen – das garantiere ich.

      Lauter Präparate, die ihr im Nasslabor ausgiebig bestaunen könnt. Photo: Jill Alina Koenig
      Lauter Präparate, die ihr im Nasslabor ausgiebig bestaunen könnt. Photo: Jill Alina Koenig

      Nun gelangt ihr wieder an Deck und könnt hier die Lebewesen der Ostsee lebendig und hautnah erleben. In zwei großen Aquarien gibt es allerlei verschiedene Tierarten zu entdecken. Einige davon kennt ihr wahrscheinlich schon, wie Seeigel oder Seesterne, einige, wie die Seespinne oder die Seemaus, vielleicht noch nicht. Findet ihr diese Namensgebung übrigens genauso kreativ wie ich?

      Eine Krabbe aus der Nähe betrachtet. Sie trägt die Trendfarbe Coral. Photo: Jan Steffen / GEOMAR
      Eine Krabbe aus der Nähe betrachtet. Sie trägt die Trendfarbe Coral. Photo: Jan Steffen / GEOMAR

      Die letzte Wissensstation befindet sich auf dem Heck der FS ALKOR. Wusstest ihr, dass nach dem Zweiten Weltkrieg etwa 1,6 Millionen Tonnen Kampfstoffe in Nord- und Ostsee versenkt worden sind? Und dass eine ganze Menge von dem Zeug sich auch immer noch dort befindet? Ich jedenfalls kenne diese Zahlen erst seit Kurzem. Aufgeklärt haben mich unter anderem Mitarbeiter*innen des Umweltmonitoring für die Delaboration von Munition im Meer, kurz UDEMM, die sogar entschärfte Munition zum Open Ship mitgebracht hatten. Sehr spannend, kann ich euch sagen. Denn sollten die Metallmäntel um die Sprengstoffe dann doch mal durchrosten ( (Metall + Salzwasser) x über 70 Jahre ), werden sich die Stoffe in unserer Ostsee verteilen.

      Ein mittlerweile harmloser Koloss. Früher hätte er einem Schiff, das seine "Stacheln" im Vorbeifahren berührt hätte, ein riesiges Loch in den Bauch gesprengt. Photo: Jill Alina Koenig
      Ein mittlerweile harmloser Koloss. Früher hätte er einem Schiff, das seine “Stacheln” im Vorbeifahren berührt hätte, ein riesiges Loch in den Bauch gesprengt. Photo: Jill Alina Koenig

      Um das ganze neu gewonnene Wissen erstmal zu verdauen, erklimmt man am besten das „Sonnendeck“ der FS ALKOR. Hier lassen sich vielleicht das Wetter, aber mindestens die Aussicht genießen. Genau das Richtige, um den Besuch auf dem Open Ship ausklingen zu lassen.

      Das obere Deck der FS ALKOR lädt zum Verweilen ein. Photo: Jill Alina Koenig
      Das obere Deck der FS ALKOR lädt zum Verweilen ein. Photo: Jill Alina Koenig

      Also, vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr, zur Kieler Woche 2020, auf der FS ALKOR.

      Bis dahin: Viel Spaß, anhaltende Neugier und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

      Eure Jill

      Quelle: oceanblogs.org/oceannavigator/…nicht-dabei-sein-konnten/