Dem Müll erneut auf der Spur

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    • Dem Müll erneut auf der Spur

      oceanblogs.org schrieb:

      Während des zweiten Samplings gegen Ende September an den zehn Ostseestränden konnten die Bedingungen gar nicht besser sein. Das Wetter war sonnig, es war warm und trotzdem waren die Strände einigermaßen leer. So wurden weder Besucher von uns gestört noch wurde unsere Arbeit beeinträchtigt. Das Sammelteam bestand diesmal hauptsächlich aus Nele-Marie Kröger, Nele Rex und Kevin Schröder vom GEOMAR; aber auch die Forschungswerkstatt hat wieder tatkräftig bei den Müllsammelaktionen geholfen. Zur Erfassung der Mikroplastikmenge wurden erneut Sedimentproben am Spülsaum genommen und in Glasbehälter verfrachtet. Dort wo sich die Muschelschalen und kleine Holz- sowie Pflanzenteile ablagern, wurde mit einem Metallzylinder, einer Metallplatte und einem Metalltrichter ein halber Liter Sediment entnommen. Das Verfahren zur Sedimententnahme war identisch mit dem, welches wir schon im Winter angewandt hatten. So wurden die Probengläser erneut mit Ostseewasser gründlich gereinigt; auf Artikel aus Plastik wurde bei der Sedimententnahme gänzlich verzichtet.

      Die erneute Probennahme ermöglicht uns nun auch einen Vergleich bezüglich möglicher Veränderungen (Menge, Art des Mikroplastiks) zur Probennahme im Winter. Die Sedimentproben wurden erneut an den folgenden zehn Stränden entnommen:

      –             Holnis
      –             Falshöft
      –             Booknis
      –             Schwedeneck; Dänisch-Nienhof
      –             Schönberg
      –             Hohwacht
      –             Flügge (Fehmarn)
      –             Staberhuk (Fehmarn)
      –             Kellenhusen
      –             Travemünde

       

      Wie auch im Winter wurde wieder Meso- und Makroplastik gesammelt. Dafür wurden erneut auf einem 100 m langen Strandabschnitt vom Wasser bis zum Strandende, der z.B. durch Dünen, eine Steilküste oder künstliche Befestigung festgelegt war, alle Müllteile im Zickzack-Marsch aufgesammelt und klassifiziert. Anschließend wurden dann auf einem 1 km langen Strandabschnitt alle Müllteile über 50 cm gesammelt. Auch hierbei ermöglicht uns das zweite Sammeln einen Vergleich zur Sammelaktion im Winter. Finden wir anderen Müll als vor Beginn der touristischen Saison, finden wir mehr oder vielleicht sogar weniger Müll? Welche Strände sind am meisten verschmutzt, welche am wenigsten? Finden wir bezüglich der Zusammensetzung des Mülls Unterschiede zwischen den Stränden und/oder Zeitpunkten?

      Die Daten befinden sich momentan noch in der Auswertung. Allerdings wurde dieses Mal erheblich mehr Meso- und Makroplastik gefunden als noch im März. Auch dieses Mal haben wir an jedem Strand Müll gefunden. Trauriger Spitzenreiter war Schönberg mit allein über 450 Zigarettenstummeln auf 100 m Strandlänge.

      Abschnitt für Abschnitt wird von Kevin Schröder, Sarah Kröger und Rimon Lawa untersucht. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Kevin Schröder spült die Gefäße für die Mikroplastik-Proben. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Ein Stück Sediment wird aus dem Strand ausgestanzt. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Kevin Schröder im Einsatz. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Die Proben werden fest verschlossen. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Fertige Proben bereit für den Transport ins Labor. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Auch Fischernetzreste wurden häufig gefunden. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Alle Fundstücke müssen notiert und kategorisiert werden. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Spaß an der Forschung gehört auch dazu. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Rimon Lawa und Sarah Kröger untersuchen jedes Fundstück. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Weiter zum nächsten Standabschnitt. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Das Sammelteam am Ende der Probennahme. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Ergebnis des Sampling: Jede Menge Müll von Zigarettenkippen bis Lollistiel war alles dabei. Foto: Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”/Fenja Hardel

      Quelle: oceanblogs.org/mikroplastik54n…uell-erneut-auf-der-spur/