Atlantik, 08.01.2018, 7° 42′ N 21° 24′ W

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Atlantik, 08.01.2018, 7° 42′ N 21° 24′ W

      oceanblogs.org schrieb:

      Nachdem sich in dem letzten Blogeintrag die Bathymetriker vorgestellt haben, möchten nun auch wir Petrologen einen detaillierteren Eindruck unserer Arbeit geben.

      Der Arbeitszyklus der Petrologen beginnt, sobald in Zusammenarbeit mit der Bathymetrie ein geeigneter Bereich zum Probennehmen gefunden wurde. Geeignet bedeutet in diesem Fall Hangsteigungen von mehr als 25%, da sich an solchen Hängen meist weniger Sediment ansammelt und sowohl Hangaufwärts dredgen sowie möglicherweise Kanten oder Abbrüche das Probennehmen erleichtern. Zudem ist ein möglichst starkes Backscatter-Signal wünschenswert, was auf harten Meeresgrund hinweist – ein mögliches Anzeichen für Basalt, den wir versuchen zu sammeln.
      Sobald in Abstimmung mit der Brücke ein Kurs festgelegt ist (dredgen gegen Wind und Wellen ist am günstigsten) und das Schiff sich auf Position befindet, wird die Dredge zu Wasser gelassen. Wir benutzen eine sogenannte Kettensackdredge, ein nach oben geöffneter Metallrahmen mit gezackten Rändern, an dem ein Metallnetz hängt. Damit sollen Gesteine vom Grund aufgenommen und eingesammelt werden.
      Die Koordination mit dem Windefahrer und der Decksbesatzung wärend des Fieren, Ziehens und Hieven der Dredge liegt bei den Petrologen. Dazwischen wird von der Brücke ein Positionswechsel des Schiffes durchgeführt und vom Startpunkt des Dredgeprofils bis zum Endpunkt wird weiter Kabel ausgelegt.
      Während die Dredge über den Meeresgrund gezogen wird muss darauf geachtet werden, dass das Kabel nicht zu viel Spannung aufbaut, denn manchmal verhakt sich das Gerät im Gestein und lässt sich nicht weiterziehen. Dann könnte das Kabel reißen. In so einem Fall, würde die Winde sofort gestoppt und wir versuchen die Dredge durch neupositionieren des Schiffes wieder frei bekommen.

      Wenn aber (was meistens der Fall ist) alles problemlos verlaufen ist, kommt nach etwa drei bis vier Stunden der eigentlich interessante Teil: Der erste Blick auf die Gesteine, die die Dredge zurück an Bord bringt.
      Nachdem alle Proben gesäubert und genauer betrachtet wurden, werden die Steine nummeriert, beschrieben, fotografiert, für bestimmte Analysemethoden ausgewählt, in verschieden große Blöcke gesägt, und schließlich gut verpackt.
      Je nach Probenmenge kann so ein Zyklus bis zu zehn Stunden in Anspruch nehmen, sodass die verschiedene Teams und Schichten Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig immer auf dem Laufenden halten, was gerade zu tun ist.

      Manchmal gibt es Überraschungen während der Arbeit, wie vorgestern, als eine Dredge voller Manganknollen zurück an die Oberfläche kam.

      Mit freundlichen Grüßen von Bord,
      Louisa Krach & Jörg Follmann
      CAU

      [English]

      After the bathymetrists introduced their work in the latest blog entry, we, the petrologists now like to do the same and give a brief introduction to our work on board.

      The working cycle of the petrologists begins when a good dredge position is found. The search for a good position is based on the bathymetrists work. Good dredge positions are steep slopes with a tilt of more than 25°, as less sediment accumulates there and dredging upslope as well as potential rock edges increase the chance to recover samples. In addition, areas with strong backscatter signals are preferred, as they are a sign for hard rock and less sediment, which could indicate the basalts we are looking after during this cruise.

      In communication with the bridge we determine the most suited dredge direction (against wind and swell is best) and after they brought the ship in position, the dredge is released into the water. We use a  so called chain-bag dredge, which is comparable to a fishnet made of steel installed beneath a metal box without top and teethlike edges on the rims. With this tool rock samples can be collected from the seafloor.

      In coordination with the winch driver and the deckscrew we lower the dredge to the seafloor, pull it over the seafloor and afterwards bring it back on deck. When the dredge has bottom contact the ship navigates to the endpoint of the dredging procedure while laying out more cable.

      When pulling the dredge over the seafloor, the rope tension needs to be watched carefully when the dredge „bites“ into the rocks. If it gets stuck, a solution has to be found in arrangement with the bridge, e.g. the dredge will be pulled loose backward or sideward.

      If the dreding went without issues (which is the common case), the device is back on deck after a total of three to four hours. This is the most exciting part for all – what rock samples did the dredge bring up?

      Afterwards, all samples have to be cleaned, labelled and photographed. A closer look on the inside of the rocks leads to the decision whether and which geochemical analysis should be done with the pieces and the rocks are subsequently prepared for those by sawing blocks. Finally, the samples are packed and stored for the journey back to Kiel.

      Depending on the number of samples such a working cycle may last up to ten hours. So, the different teams are communicating a lot about what kind of work needs to be done in their shifts and when the next dredge is scheduled.

      Sometimes in this organized process there are some unexpected surprises, for example a dredge full of manganese nodules two days ago.

      With best regards from board,
      Louisa Krach & Jörg Follmann
      CAU


      Die Kettensackdredge geht zu Wasser.
      A chain-bag dredge station is starting.

      Unsere Petrologen mit einem unerwarteten “Fang”. Auch wenn Manganknollen nicht unbedingt auf ihrer Wunschliste stehen ist dieser Fund aus der Guinea Transformströrung durchaus interessant.
      Our petrologists with an unexpected “catch”. Eventhough manganese nodules are not the objective of this expedition, this finding from the Guinea fracture zone is still interesting.

      Quelle: oceanblogs.org/msm70/2018/01/0…8-01-2018-7-42-n-21-24-w/
    UA-40791394-1